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18. Budapester Herbstfestival

18. Budapester Herbstfestival
Infovilág

Miklós Lukács. (Foto: Zoltán Vancsó.)Das ist zumindest das Credo des künstlerischen Leiters des Festivals. Mit der zeitgenössischen Kunst hat man, habe ich, wohl auch meine Mitmenschen so ihre Krux. Man traut sich nicht zu sagen, dass man sie nicht versteht, sie einen sogar langweilt, man tut so als verstehe, genieße sie. Weil man ein Snob ist?  Ich weiß es nicht. Ich weiß bloß, dass ich nicht zu denen gezählt werden möchte, die nur Klassik lieben, in allen Genres, in allen Spielarten.

Das Budapester Herbstfestival kämpft tapfer um sein – in Ungarn echt konservatives Publikum. Und Ausdauer hat es, auch wenn es nur das kleine Geschwisterchen des großen Budapester Frühlingsfestivals ist. Als kulturelles Mauerblümchen verfügt  es auch nur über weniger Kapital, in jedem Jahr weniger, 2008 konnte es noch mit 143 Millionen Forint wirtschaften, in diesem Jahr sind es 111 Millionen. Trend abwärts. Es ist allerdings 18, also volljährig geworden, und auf das breitgefächerte Angebot recht stolz. Volljährig?! Ja, also kann sich auch alles um Sex drehen, wie der künstlerische Leiter, der Regisseur Balázs Kovalik maliziös meinte. Sex, der Sexualität als kineastische Darstellung, schließlich ist das Thema genauso alt wie die Bilder, die laufen gelernt haben. (Die thematische Filmreihe „Sex in Art on Film”, 12.–18. Oktober im Kino genannten Kino; alle Streifen mit Originalton, englischen Untertiteln und ungarischer Synchronübersetzung.) Eine andere thematische Filmreihe ist dem Tanzfilm gewidmet (13.–16. Oktober im Kino Toldi: 5. Internationales Tanzfilmfestival) u.a. mit einer Hommage an Pina Bausch.

Apropos: das Herbstfestival wird mit der dem Schaffen Pina Bauschs gewidmeten Photoausstellung im Goethe Institut am 9. Oktober eröffnet.

Um anzubeißen, Lust aufs BŐF zu bekommen, würde ich das Zebra Theater-Projekt erwähnen. Am 9. und 10. Oktober immer um 16 Uhr stürzen sich Studenten an der Theaterhochschule an fünf frequentierten Straßenübergängen an der Andrássy út auf die Zebrastreifen, natürlich wenn die Ampeln auf Rot geschaltet haben und versuchen dem gestressten Publikum (zu Fuß oder am Steuer aufs Grün der Ampeln wartend) vorzuspielen, dass sich Stress nicht lohnt.

Die Produktionen lohnen sich und sind dazu kostenlos. Experimentelles Theater versucht sich an Werken von Péter Nádas. Musikalisch wird des Jazzbassisten Aladár Pege gedacht, der schon zu Lebzeiten „Paganini des Kontrabasses” genannt wurde und in diesem Oktober erst 70 geworden wäre. Ganz vermessen klingt das Vorhaben des Miklós Lukács Quintetts, Stichwort Zimbel, denn Kompositionen zeitgenössischer Meister wie Péter Eötvös und György Kurtág werden auf besagtem Instrument gespielt.

Rechnitz. (Foto: Arno Declair.)Zu Gast beim Budapester Herbstfestival sind die Münchner Kammerspiele mit Elfriede Jelineks Stück „Rechnitz”. Es ist, wie ich im Prospekt lese, eine Analyse des Grauens, denn der gesellige Abend im März 1945 auf Schloss Rechnitz im Burgenland endet mit der Erschießung von 200 ungarisch-jüdischen Zwangsarbeitern durch die Nazi-Gäste. Die Gastgeberin, Gräfin Batthyány, flüchtet in die Schweiz…

Musik, Theater, Tanz, Film und Ausstellungen sind das Angebot des diesjährigen Budapester Herbstfestivals vom 9. bis 18. Oktober. Schon sind 33 Prozent der Karten verkauft, was für zeitgenössische experimentelle Kunst recht gut klingt. Alle Infos sin din den handlichen Festivalprospekten, zweisprachig in Ungarisch und Englisch, und unter www.bof.hu enthalten.

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