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Die durchgestrichene Ähre: Weizen, Gerste, Roggen sind tabu!

Die durchgestrichene Ähre: Weizen, Gerste, Roggen sind tabu!
Marianne Látki

Der Verband der Europäischen Zöliakie-Gesellschaften (Association of European Coeliac Societies AOECS) hält seine 30. Jahres-, die Jubiläumsversammlung in Budapest ab. Glutenunterträglichkeit und trotzdem ganz normal leben, möglichst wenige Einschränkungen beachten zu müssen, darüber beraten die AOECS-Fachleute vom 27. bis 30. September in der ungarischen Hauptstadt.

Ungarische und ausländische Fachleute, Ärzte und Diätologen, beraten über die Vergangenheit, Gegenwart und neue Therapiemöglichkeiten sowie die Zielsetzungen für 2019. 1988 in Rom gegründet, ist Ungarn seit 1994 Mitglied und zum dritten Mal Organisator der jährlichen Zusammenkunft. Unsere Zeitung „Infovilág“ berichtete schon öfters über diese Immunerkrankung, die viel zu lange unerkannt blieb und auch noch bleibt, was falsche Behandlung und deren Folgen bedeutet. (Siehe dazu unsere Beitrage „Oberstes Gebot: glutenfrei essen” vom 9. November 2017 und „Preisgekrönt, weil glutenfrei: die glutenfreie Karottentorte von NATURBIT” vom 23. Mai 2018.)

Heutzutage scheint es allerdings ’in’ zu sein, glutenfreie (bzw. auch laktosefreie) Lebensmittel einzukaufen, diese als besonders gesund zu verzehren. Fachleute warnen: Nie Diät ohne Diagnose!

In gesundheitlicher Gefahr sind allerdings jene, deren unerklärbares Abnehmen, Blutarmut, Geblähtheit und einige andere hartnäckige Symptome nicht richtig diagnostiziert werden. Denn gegenwärtig ist das ganz einfach: der spezielle Bluttest bzw. die unangenehmere Biopsie. Bei Verdacht müsste der Hausarzt seinen Patienten zum Gastroenterologen schicken und steht fest, dass es sich um Zöliakie, die Unverträglichkeit des in Weizen, Gerste und Roggen enthaltenen Glutens handelt, die lebenslange (!) Diät empfehlen. Dabei sollte nicht von Diät die Rede sein, sondern die Ernährung ohne Lebensmittel, zu deren Zutaten obige Getreidesorten gehören, in die Tat umzusetzen. Denn alles ist ersetzbar, und das sogar zu absolut leckeren Gerichten. (Die leckere Karottentorte, die uns Journalisten im Mai zum kosten vorgesetzt wurde, könnte ich aus gängigem Mehl auch nicht besser backen.) Als erprobte Ersatzgetreidesorten für die gefährlichen gelten Haferflocken, Hirse (aus kontrolliert biologischem Anbau und ohne Kontamination durch Getreidefelder und deren verarbeitende Industrie), Quinoa und Amarant (Amaranthus).

Die Spätfolgen der nicht rechtzeitig erkannten und behandelten Zöliakie sind erschreckend: Migräne, ständige Verdauungsprobleme, Osteoporose, Lymphome, u.a.

Das ungarische Mitglied der AOECS, die Hungarian Coeliac Society, ist seit 1990 finanziell abgesichert, zählt 5-6000 Mitglieder, davon 800-1200 aktive, d.h. die ihren Beitrag regelmäßig zahlen. In enger Zusammenarbeit mit Mitgliederverbänden aus München, Maribor, Rijeka und Triest wird noch bis 2019 am EU-Projekt gearbeitet, das den Lehrstoff für Patienten und Gesundheitspersonal redigiert. Dieser soll in allen Mitgliedersprachen veröffentlicht werden.

Die durchgestrichene Weizenähre, das Zöliakie-Symbol, auf allen Publikationen der Gesellschaft als Warnung gedruckt, hatte das englische Verbandsmitglied schon 1969 für sich entdeckt, und es als Crossed Grain Trade Mark für sich eintragen lassen. 

Ein noch in den Anfängen befindliches Projekt des europäischen Verbandes ist das Restaurant-Projekt für die gutenfreie Speisekarte. Die Verbände in Frankreich, Deutschland und Italien stießen in der Gastronomie auf offene Ohren, was diese speziellen Restaurants betrifft, schwieriger ist es in Großbritannien, denn die Briten sperren sich z.B., wenn es um die allgemeine Nutzung ihrer durchgestrichenen Ähre geht. In Ungarn gibt es immer mehr vegetarische und vegane Gaststätten, in immer mehr Restaurants entdeckte ich auch ein zwar begrenzten, aber vorhandenes glutenfreies Angebot.